Mein Beruf, mein Ehrenamt
Zum Zeitpunkt des Abiturs hatte ich f ür mich alternative Berufsmöglichkeiten ins Auge gefasst: Arzt, Bildhauer oder Maler, Journalist und Theologe in der Kirche – eben Pastoralreferent.
Mitten in einer bewegten Zeit der Kirche – nach dem Konzil – nahm ich 1970 das Studium der Theologie an der Universität Regensburg auf.
Mein Ziel war der hauptberufliche Laie mit der damals undefinierten Option eines Pastoralreferenten.
Bei der vagen Suche nach einer Stelle in der Zeit des siebten und achten Semesters quer in Bayern und Deutschland stieß ich auf eine Stellenausschreibung am schwarzen Brett der Uni Regensburg
für einen „Theologen für die Schülerarbeit“ im Bischöflichen Jugendamt Regensburg.
Ich wollte mich beim Diözesanjugendpfarrer Lorenz Zellner informieren. Die Gespräche ergaben das abenteuerliche Ergebnis, dass ich am Ende des 8. Semesters die neue Stelle im Bischöflichen Judendamt zum 1. Juli 1974 (vorerst halbtags, ab 1.Juli 1975 ganztags) annahm und so zum ersten Pastoralassistenten, wenig später Pastoralreferenten, in der Diözese wurde.
Es trat ein,was so nicht unbedingt zu erwarten war: In der Diözese Regensburg gab es somit den Pastoralreferenten. Auch wenn niemand dieses Novum definieren konnte oder wollte, für mich war es klar:
Das ist ein Pastoralreferent: Ein Theologe als Laie in der Seelsorge, der alles tun kann, wozu Taufe und Firmung befähigt und durch den Bischof beauftragt ist.
Diese Neuigkeit in den Strukturen der Kirche war aufregend für Kleriker und Kirchenvolk gleichermaßen. Die Reaktionen reichten vom „Aha“ über „wunderbar“ bis „Vorsicht“ – eigentlich ganz natürlich!
Ich war der erste Schülerreferent des Bischöflichen Jugendamtes Regensburg.
Es begann eine aufregende und schöne Zeit – bis heute.
Das „Aggiornamento“, das Leitmotiv von Johannes XXIII zur Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) wurde zum roten Faden für mein Planen und Handeln.
Der Papst wollte die Kirche „an den Tag heranführen“, also auf die Fragen der Gegenwart einstellen, die Kirche der Welt öffnen, die Welt der Kirche öffnen.
Dies wurde zum Motiv für das Studium der Theologie, besonders zur Berufwahl und zum Leitmotiv meines persönlichen Dienstes in der Kirche.
Von Beginn an war dies auch die spirituelle Grundlage auch meiner Frau.
Mein Berufsleben und ehrenamtliches Engagement war von Anfang an so nur möglich,
weil meine Frau eine ähnliche Einstellung hat und sie mich ertragen
und vorallem unterstützend mitgetragen hat.
Wir haben einiges zusammen gemacht.
Auch war sie immer erreichbar und ansprechbar ( weil sie zu Hause berufstätig war).
Sie arbeitete unendlich viel mit – immer im Hintergrund.
Im Grunde haben wir immer als Paar Dienst getan.
Meine Einsatzbereiche in der Diözese Regensburg
1974- 9/1978
Pastoralassistent und dann Pastoralreferent
Schülerseelsorger im Bisch. Jugendamt
1975- 1978
Seelsorger nebenbei Berater und kirchlicher Beistand für die Kriegsdienstverweigerer in der Diözese
1978- 1985
Seelsorger für die Kriegsdienstverweigerer – u. Zivildienstleistenden in der Diözese Regensburg
1985- 1988
Seelsorger in der Pfarrei St. Konrad, Regensburg
1988- 1996
Kurseelsorger in Bad Abbach und Bad Gögging
1996 -1998
Seelsorger in der Pfarrei Hl. Geist in Regensburg
1998 – 31.07.2011
Seelsorger in der Pfarrei Irlbach/Opf
Meine ehrenamtlichen und hauptamtlichen Tätigkeitsfelder
Der Erste – der Vorsitzende – Teammitglied
MMC – Präfekt
Im Bischöflichen Studienseminar Weiden gab es eine Jugendgruppe der „Marianischen Männerkongregation“. Verantwortlich als Präses für diese Jugendgruppe war unser Religionslehrer am Gymnasium und Spiritual des Hauses Fritz Rosner. Ich wurde 1967 zum Präfekten dieser Jugendgruppe gewählt. Wir haben unser Seminarleben durch diese Jugendgruppe ziemlich reich gestalten können mit Spielabenden, Bibelgesprächen, Fußballturnieren und Zeltlagern. In diesen Zeiten gab es in der Diözese an vielen Orten solche Jugendgruppen.
Ganz besonders toll fanden wir die von Fritz Rosner erstmals ermöglichten Gruppengottesdienste im kleinen Kreis. Das erlebten wir als eine „Revolution“ in der Kirche, ermöglicht durch das Konzil.
MMC- Diözesanvorsitzender
Die verschiedenen MMC_Gruppen in der der Diözese schlossen sich zusammen und ich wurde Diözesanvorsitzenden all dieser Gruppen gewählt. Beim Zusammenschluss dieser Gruppen auf Bayernebene wurde dann der Name geändert in „Gemeinschaft Christlichen Lebens“(JGCL)
Diese Aufgabe übte ich bis Ende des Schuljahres 1969 aus, ein Jahr vor dem Abitur. Es war eine tolle Zeit. Wir waren so richtig die Kinder des Konzils.
Fachschaftssprecher
des Fachbereiches katholische Theologie an der Universität RegensburgDie studentische Fachschaft ist ein gewähltes Team von den Theologiestudenten/innen des Fachbereiches katholische Theologie. Als ich im dritten Semester war fanden wieder Fachschaftswahlen statt. Es gab drei Wahllisten: die Liste der Priesterkandidaten, die Liste der Lehramtsstudenten und erstmals die Liste der „frei Theologie studieren“. Ich kandidierte auf dieser Liste für die studentische Vertretung.
Überraschenderweise gewann unsere Liste und ich wurde im dritten Semester Fachschaftssprecher. Diese Aufgabe übte ich vier Semester aus.
Nach dem Vordiplom im vierten Semester begann ich parallel zum Theologiestudium das Studium der Germanistik mit dem Ziel einmal Journalist zu werden. Ich tat dies, um notfalls einen Brötchenberuf zu haben, falls es mit dem Traum Pastoralreferent nichts werden sollte.
Erster Pastoralreferent der Diözese
Der Traum wird wahr-
Nachdem nur wenige Diözesen in Deutschland bereit waren, den Weg mit dem neuen kirchlichen Beruf „Pastotalreferent“ zu beschreiten und der Regensburger Bischof Rudolf Graber zu verstehen gab, dass er dieses Experiment nicht wünsche, suchte ich nach Möglichkeiten in anderen Diözesen. Die Diözese Limburg wäre für mich eine Option gewesen.Dann der Aushang des Bischöflichen Jugendamtes an der Universität: gesucht wird ein Theologe für die Schülerarbeit im Rahmen des Bischöflichen Jugendamtes.Gespräche mit dem Jugendpfarrer Lorenz Zellner führten dazu, dass es mit Hilfe von Generalvikar Fritz Morgenschweis zu meiner Anstellung kam:Schülerreferent im Bischöflichen Jugendamt – halbtags am Ende des achten Semesters! Der erste Pastoralreferent der Diözese – Der Wahnsinn begann!
Ich wurde der erste Pastoralassistent, nach einem! Jahr mit der zweiten Dienstprüfung Pastoralreferent der Diözese Regensburg.So wurde ich 1974 im Juli der erste Schülerreferent im Bischöflichen Jugendamt. Diese Aufgabe umfasste die Begleitung der studierenden Jugend (ND, Heliand und MMC), insbesondere Gruppenleiterschulungen, Freizeiten und Einkehrtagen. Ein weiterer Schwerpunkt waren die „Tage der Orientierung“(TDO) für Schulklassen in der Diözese.
Erster Schweigemarsch zur Reichskristallnacht in Regensburg
mein Kontakt zu jüdischen Gemeinden in Regensburg und zum Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde, Hans Rosengold, ergab das Projekt 1975 im Gedenken an die Zerstörung und Verwüstung der Synagoge von Regensburg einen Schweigemarsch vom Zentrum der jüdischen Gemeinde und Dachauplatz in Regensburg zu organisieren. An diesem Abend begannen wir mit ein paar Leuten bei der jüdischen Gemeinde. Der Schweigemarsch wuchs während der Strecke an auf ca. 400 Teilnehmer.
Zweiter Schweigemarsch
Das Jahr darauf, 1976, organisierten wir einen Schweigemarsch vom Kolosseum am Stadtbahnhof zum Dachauer Platz. Bei diesem Schweigemarsch konnten wir die evangelischen Gemeinden und die katholischen Pfarreien und Verbände Regensburg für die Teilnahme gewinnen. (Zu Beginn des Schweigemarsch wollte die Polizei die Überquerung der steinernen Brücke wegen einer Bombendrohung verbieten. Hans Rosengold eine Frau sowie meine Frau und ich gingen als erste über die Brücke. Für uns war eines klar: von Altnazis lassen wir uns nie mehr einschüchtern. Es folgen dann alle anderen Teilnehmer – ca. 400)
Der erste katholische Zivildienstseelsorger
Der erste katholische hauptamtliche Seelsorger für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende in der Diözese und Bayern. Die Aufgabe bestand in der Beratung, sprich Lebensberatung, der junge Leute. Vorbereitung auf die Prüfungsinstanzen für die Kriegsdienstverweigerer und die Begleitung der Zivildienstleistende und ihres Zivildienstes. Einzelgespräche, Besuche am Dienstort und Werkwochen (= Einkehrtage) für die Zivis. Ich war bei hunderten von Verhandlungen Rechtsbeistand.
Eigener Hausbau
In dieser Zeit erwarben meine Frau und ich ein Baugrundstück in Fussenberg. Mit Hilfe des Schwiegervaters errichteten wir das Haus in Eigenarbeit ohne Baufirmen. Zahlreiche Studenten verdienten aus der Baustelle ihr Zubrot.
„Rentnerband“ in der Pfarrei Irlbach
Für hausmeisterische Arbeiten und Ausbesserungsarbeiten am Pfarrhof und der Pfarrkirche sowie im Pfarrgarten „leitete“ ich eine Gruppe ehrenamrlicher Rentner. Vorallem Rudi Wolf und Karl Schmid waren immer zur Stelle, wenn ich rief. Selbstverständlich habe ich selbst mitgearbeitet. Das ging über viele Jahre so. Manchmal kamen ca 4 oder 5 andere dazu.
Brautleutetage des Dekanates
Zehn Jahre (in der 80ger Jahren ) führten meine Frau Edeltraud und ich zusammen mit Pfarrer Strunz oder Pfarrer Georg …. Brautleutetage durch. Zwei bis vier Samstage gestalteten wir für Brautpaare einen Samstag, einen Besinnunghstag, zur Vorbereitung auf ihr Hochzeitsfest.
Firmwochenenden für die Pfarrei Irlbach
In der Zeit von Pfarrer Strunz führte ich für die Firmjugendlichen der Pfarrei für jeden Jahrgang ein Firmwochenende ( Fr Abend bis So Mittag) durch. Das ging so über 10 Jahre so. Pfarrer Hans Strunz und ich kannten uns aus meiner Zeit als Schülerseelsorger. Strunz war damals der geistliche Leiter der Regensburger MMC.
Bundesvorsitzender der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende (KaK) in Deutschland.
Darin zusammengefasst waren die Berater aller Diözesen, alle dözesanen Caritaseinrichtungen und Pax Christi. Diese Tätigkeit übte ich ehrenamtlich vier Jahre aus.
Leiter des Friedensarbeitskreises des BDK J Regensburg
Aus den verschiedenen Jugendverbänden der Diözese fanden sich ehrenamtliche zusammen um den Bereich der Friedensarbeit in den Jugendverbänden unter Jugendgruppen zu thematisieren.
Mitglied des Ausschusses des Diözesanrates der Diözese für „Mission, Entwicklung und Frieden“.
Aus den Pfarrgemeinderäten und den Dekanatsräten fanden sich engagierte Mitglieder zu einem eigenem eigenen Sachausschuss des Diözesanrates.
Vorsitzender von Pax Christi in der Diözese Regensburg
In dieser Zeit war ich ehrenamtlich Vorsitzender von Pax Christi in der Diözese Regensburg. In diese Zeit fiel die heiße Diskussion um die Nachrüstung und den Nato_Doppelbeschluß.
Vertreter des katholischen Büros
Im Rahmen der Novellierung des Wehrpflichtgesetzes gab es eine Anhörung des Verteidigungsausschusses im Bundestag. Ich wurde damals eingeladen, im Auftrag des katholischen Büros die Stellungnahme der katholischen Kirche zu vertreten. Zusammen waren damals über 30 Interessenvertreter und Fachleute versammelt.
Zweiter Kurseelsorger der Diözese
in Bad Abbach und Bad Gögging. Jahre zuvor hatte diese Aufgabe Pfarrer Bock inne. Dann war lange nichts. 1988 bestellte mich Generalvikar Morgenschweis zum neuen Kurseelsorger in diesen beiden Orten. Ich musste wieder bei null beginnen und erst wieder eine neue Struktur aufbauen. Ich gab wöchentlich einen Kurbrief heraus, ähnlich einem Pfarrblatt einer Pfarrei, dass jedem Kurgast zugänglich gemacht wurde. In Bad Gögging war im neuen Kurzentrum keinerlei Gottesdienstraum vorhanden. Einige Jahre wurde mir freundlicherweise der Vortragsraum der Klinik zur Verfügung gestellt für Gottesdienste und Vorträge.
Ein Pastoralreferent baut seine erste Kirche
Mit Unterstützung von Pfarrer Georg Deininger in Bad Gögging und mit Unterstützung von Generalvikar Morgenschweis konnte ich den Bau der Kurkirche in Bad Gögging in die Wege leiten. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Erich Griebl und der Bezirkstagspräsident von Niederbayern, Sebastian Schenk, sowie Bürgermeister Hans Gigl von der Stadt Neustadt unterstützten das Projekt nach Kräften. Zusammen mit dem Baureferat der Diözese führte ich einen Architektenwettbewerb durch, an dem sich 36 Architekturbüros beteiligten.
Nach einer Zwischenstation in der Pfarrei Heilig Geist in Regensburg von zwei Jahren kam ich als
Erster Pastoralreferent in die Pfarrei Irlbach/Opf.
Es war die Pfarrei meines Wohnortes. Wiederum begann eine neue und interessante Aufgabe. Zuerst durfte ich das 200-jährige Jubiläum der Seelsorgestelle Irlbach mitgestalten (dazu auch eine Festschrift zu verfassen). Dann aber trat die Frage der Renovierung der Pfarrkirche Irlbach auf dem Plan. Ich wusste aus der Zeit von Pfarrer Strunz, wie baufällig das bestehende Kirchengebäude und vor allem sein Dachstuhl sind. Pfarrer Strunz wollte in den neunziger Jahren oberhalb des Friedhofs eine neue Kirche und einen neuen Pfarrsaal bauen. Ich brachte ihm damals 14 Modelle aus dem Wettbewerb von Bad Gögging mit. Der Plan zerschlug sich, weil er das entsprechende Grundstück nicht erwerben konnte.
Ein Pastoralreferent baut eine zweite Kirche
In vielen Gesprächen mit den zuständigen Stellen konnte ich sowohl den Pfarrer als auch die Kirchenverwaltung und das bischöfliche Baureferat überzeugen, das alte Langhaus abzureißen und einen neuen Kirchenbau in Verbindung mit der alten gotischen Axis und dem Turm zu errichten. Aufgrund der Umstände mit den Planungen fing ich an, meine eigenen Vorstellungen vom Kirchenbau zu entwickeln. Der Architekt hatte einen eigenen Entwurf, der aber wieder mir noch anderen besonders gefiel.
Zur Vorbereitung auf eine Kirchenverwaltung sind fertigte ich dann an einem Wochenende von Freitagabend bis Montagabend zwei hundertstel Modelle an – ein Modell für den Vorschlag des Architekten und ein Modell zu meinem Gestaltungsvorschlag. Nach Beratungen in den fachlichen Gremien und im Bischöflichen Baureferat fiel die Entscheidung für meinen Plan und Entwurf.
Stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand
Zur Unterstützung der Kirchenverwaltung in Irlbach für den Ablauf des Kirchenbaus wurde ich von Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kirchenverwaltung Irlbach berufen. Sie war somit eine Wahlperiode Mitglied der Kirchenverwaltung Irlbach.
Rechtsbeistand
Zur Begleitung der Kriegsdienstverweigerer wurde ich zum kirchlichen Rechtsbeistand durch das bischöfliche Ordinariat vertreten durch Domkapitular Anton Maier beauftragt. Ich konnte über zehn Jahre die jungen Männer bei diesem schweren Gang begleiten.
Zur Begleitung von Patienten vor dem Sozialgericht beantragte ich in der Zeit als Kurseelsorger die Zulassung als Rechtsbeistand vor dem Sozialgericht. Die Vaterunser Bitte „unser tägliches Brot gib uns heute“ erforderte ihn mir diese pastorale Aufgabe, die Menschen vor Gericht zu unterstützen damit sie ihr „tägliches Brot“ bekommen – Rente, Schwerbehinderungsgrad, Pflegestufe usw. Auch diese Aufgabe übte ich ehrenamtlich aus und noch viele Jahre nach der Zeit als Kurseelsorger.
Einzelfallhilfe
Als Jesus eines Tages an den Teich Bethesda kam, fand er einen behinderten Menschen vor, dem niemand half ins Heilwasser zu kommen. Jesus fragte ihn, was er ihm tun könne. Der Behinderte antwortete: „Herr ich habe keinen Menschen …“ Und Jesus heilte ihnDaraus leitete ich das Leitmotiv für meinen pastoralen Dienst – hauptamtlich oder ehrenamtlich – ab: die Menschen brauchen einen Menschen, der ihnen hilft. Das ist bis heute so und ich bin heute noch täglich von Menschen, die Hilfe brauchen, in Anspruch genommen.
Meine Frau – Mein Beistand
meine Frau Edeltraud hat mich in all meinen Tätigkeiten und Aufgaben immer tatkräftig unterstützt. Sie hat alle Menschen, denen ich in unserem Haus vorübergehend Zuflucht angeboten habe, betreut und versorgt. Ohne ihr ständiges Ja und ohne ihre tatkräftige Unterstützung im Hintergrund wäre vieles nicht möglich gewesen.
Auch meine beiden Söhne Ulrich und Andreas mussten oft zurückstecken bei der Unterstützung von Hilfsbedürftigen in unserem Haus. Sie haben das großartig hinbekommen.
Vorsitzender des Orgelbauvereins Maria Himmelfahrt Irlbach
Unsere neue Pfarrkirche, die im September 2006 eingeweiht wurde hat leider noch keine richtige Kirchenorgel. Übergangsweise haben wir damals eine digitale Orgel angeschafft. Diese Technik beinhaltet einen Rechner, auf dem alle Orgelpfeifen per Mikrofon im Original von einer Orgel aufgenommen wurden. Dadurch haben wir beim Orgelspiel derzeit einen Orgelklang in der CD – Qualität.
Viele wünschen sich eine richtige Kirchenorgel, die nicht nur vom Klang her, sondern auch architektonisch die Kirche vervollkommnet. Aus diesem Grund haben wir den während der Bauzeit bestehenden Bauverein Maria Himmelfahrt Irlbach erweitert und fortgeführt als Orgelbauverein Maria Himmelfahrt/Irlbach. Es haben sich eine Reihe junger Leute zur Verfügung gestellt für den Vorstand und ich darf für diese Gruppe der Vorsitzende sein.
Vorsitzender des VdK Wenzenbach
Kaum war ich im Ruhestand wurde ich bedrängt, mich als Vorsitzender des VdK Wenzenbach und Bernhardswald zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe versuche ich bis jetzt zu erfüllen.
Aus gesundheitlichen Gründen bin ich im Herbst 2021 zurück getreten.
Teammitglied im Freundeskreis Tansania
Mehrere Jahre war der Priester aus Tansania, Pfarrer Sylvester Nitunga, Urlaubsvertretung in unserer Pfarrei. Als er an einem Abend treffen erzählte, dass sein Heimatdorf mit 2000 Einwohnern täglich nur vier Eimer Wasser aus einem Wasserloch hat, haben wir kurzerhand festgestellt: das geht gar nicht.
Zusammen mit der Pfarrei Braz bei Innsbruck unter Pfarrei Nofels in Vorarlberg starteten wir eine Spendenaktion. In der Pfarrei Irlbach/Wenzenbach erzielten wir ein Spendenaufkommen von 24.000 €, zusammen mit den beiden anderen Pfarreien in Österreich eine Summe von 60.000 €. Wir konnten so die Wasserleitung in Tansania finanzieren und erstellen lassen. Die Sache funktioniert.
Mitglied im Förderverein für die KZ Gedenkstätte Flossenbürg
Flossenbürg und das Konzentrationslager sind 4 km Luftlinie von meinem Elternhaus in Diebersreuth entfernt. Das KZ Flossenbürg hatte eine große Zahl von Außenlagern – gleich 3 km entfernt das Außenlager Grafenreuth in der damaligen Gemeinde Grafenreuth. In dem Lager befanden sich Ca. 400 Häftlinge. Ein Teil von ihnen musste als weiter in der daneben liegenden Ziegelei zwangsarbeiten. Andere, vor allem Frauen,wurden auf die umliegenden Höfe verteilt als Mägte und Knechte, die Hälfte ungefähr wurde im Lager in der Schneiderei beschäftigt. Dort wurden Bekleidungsartikel für die Waffen-SS.
Den Erzählungen nach musste mein Vater gezwungenermaßen mit einem Ochsenfuhrwerk kranke Häftlinge abholen und in die nächste Gemeinde Bergnetsreuth transportieren. Die Häftlinge wurden dann von jemand aus dieser Gemeinde übernommen und in den Bahnhof Neustadt an der Waldnaab gebracht. Dort wurden die Häftlinge in Viehwaggons verladen abtransportiert nach Flossenbürg.